Kunstausstellung Winterzauber

Weihnachtsausstellung
06.11.2016- 29.01.2017


Der Schnee in Malerei und Grafik
In Zusammenarbeit mit dem Museumsverein Dachau e. V.
Eröffnung: Sonntag, 06. November, 15 Uhr, Museumsforum

 

 

 

In Folge der Klimaveränderung fällt voraussichtlich im Dachauer Land kaum noch Schnee und so wird er uns, der Altgewohnte doch abgehen. Der Museumsverein Dachau e.V. hat zu diesem Zhema in Zusammenarbeit mit dem Museum Altomünster und diverser Leihgeber eine Ausstellung „Winterzauber – Der Schnee in Malerei und Graphik“ gestaltet.

Folgt man dem Literaturpreisträger Orhan Pamuk, so verhält sich Schnee wie Überzeugungen, Meinungen und Gewissheiten: „Sie können alles verändern, verhüllen und unter einem dicken, weichen Mantel verschwinden lassen. Und sie können in Sekundenschnelle schmelzen.“ In der Ausstellung geht es nicht um die Darstellung des Schnees als meteorologisches Phänomen, sondern um Wahrnehmung, Anziehungskraft und Wandelbarkeit des Schnees und wie dies Künstler sehen und darstellen. Schnee ist somit ein Rohstoff für die Kunst und den Künstler. Schnee – Weiß – Schneeweiß: Schnee wird stets mit Weiß assoziiert, doch bei einer differenzierten Betrachtung und Wahrnehmung erscheint das gesamte Farbspektrum. Je nach den unterschiedlichen Lichtbedingungen kann der Schnee alle Farben annehmen: Vom Goldgelb des Morgenlichts oder Orangerot der Abendsonne bis zu kalten Blau über das Violett der Schattenflächen. Ist man einmal für die Wahrnehmung der Farben des Schnees sensibilisiert, wird dessen Farbigkeit zu einem ästhetischen Vergnügen, besonders zur Winterzeit im Gebirge, bei einem Ausflug in die Alpen.

Wurde Schnee in früheren Zeiten als Bedrohung und Belastung gesehen, so änderte sich diese Betrachtung zu einer zunehmend romantischen. Von der Flucht vor den Schneemassen wurde eine Flucht in den Schnee, vor allem für die Städter. Selbst Lawinen wurde neben ihrem Gefahrenpotential auch Stimmungsqualitäten zugeschrieben. Vor allem zu den Gebirgen wurde eine kulturelle und kommerzielle Sicht und Wahrnehmung der bürgerlichen Gesellschaft aufgenommen und der Tourismus wurde sogar an manchen Stellen zur Belastung. Das freie Genießen, die Selbstverwirklichung, überhaupt das eigene Leben steht im Vordergrund. Dafür wird Schnee künstlich in der Landschaft aufgetragen oder in Hallen für den Skilauf präpariert.

In der Wahrnehmung von Schnee liegen kulturelle Aspekte, liegt auch ein Prozess, in dem Aufmerksamkeit und wache Sinne die Grundlage für die ästhetische Aufnahme der Umwelt sind. Das heißt, der Mensch kann darüber nachdenken, was er warum und auf welche Weise wahrnehmen will. Es ist zu hoffen, dass der Besuch unserer Ausstellung in die inneren Bilder ihrer Besucher Eingang finden wird und so die Vielfältigkeit des Schnees in den Gefühlswelten verinnerlicht wird.

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